vagina dentata

vagina dentata

is an interactive art installation

in public space

i will post a video soon.

Interaktive Installation im öffentlichen Raum: Animierte Projektionen von DIY Rad-Projektor.

Nachdem ich einen Abend lang mit einer Gruppe von befreundeten, feministischen Akademikerinnen über das Tabuthema Vulva geplaudert hatte, musste ich feststellen, dass die meisten von uns sich noch nie die Mühe gemacht hatten, sich ihre Vulva anzusehen. Es hatten auch nur die wenigsten einen Begriff für die Vulva, der nicht von einer falsche Anatomische Bezeichnung (z.B. „Vagina“ bezeichnet nur der Innenraum der zum Uterus führt) herrührte, sondern eine persönlichen Bezug widerspiegelte. Die meisten hatten sich erst beim ersten sexuellen Kontakt, also indirekt über eine andere Person, wirklich mit den Befindlichkeiten, Veränderungen, Ausbuchtungen und Muskulaturen ihrer Labias, Vulvas und Vaginas beschäftigt. Anders als zum Beispiel in öffentlichen, arabischen Hammams, geschehen alle Handlungen der weiblichen Reinigung in der Intimsphäre des privaten europäischen Badezimmers. Dadurch gibt es viele Frauen, die andere Vulvas als ihre eigene Vulva, ausschließlich aus Pornos kennen. Während Männer täglich im Pissoir andere Penisse zu Gesicht bekommen, bleiben Vulvas Leerstellen, die im besten Fall bei auftretenden Schwierigkeiten und Gewaltakten Aufmerksamkeit erfahren (siehe Medienberichte über Genitalverstümmelung oder Massenvergewaltigungen).
Die Idealisierung  und Verfremdung von Vulvas in Pornos hat dazu geführt, dass Schönheitsoperationen im Genitalbereich in Österreich und anderen Industrieländern drastisch zugenommen hat, mit gefährlichen Gesundheitsriskien. So können zwar Schamlippen verkleinert oder mit Eigenfett aufgepolstert, die Klitoris versetzt oder verkleinert und die Vagina verengt werden, doch sind die Konsequenzen oft bleibende Schmerzen, Narben und beeinflusster Harnfluss. Die weibliche Sexualität und Lust wird  zum Schlachtfeld von Repressionen, die am Ende dazu geführt haben, dass 90 Prozent aller Mädchen und 80 Prozent der erwachsenen Frauen mit ihrem Körper unzufrieden sind.

Während in matriarchalen Kulturen Sexualität als Ausgangspunkt weiblicher Weisheit, Macht und Entwicklungsfähigkeit verstanden wird, ist die weibliche Sexualität im Patriarchat mit materiellen Gütern (siehe Scheidungsrecht), Verantwortung gegenüber Kindern oder „Zugehörigkeit“ zu einem männlichen Partner ( als Freundin, Verlobte oder Ehefrau in einer monogamen Beziehung) assoziiert. In Österreich kann Vergewaltigung in der Ehe erst seit 1989 angezeigt werden. Weibliche Sexualität wird daher nicht als „Naturereignis“ an sich gesehen, sondern als zu regulierende Einheit, die, sollte sie beginnen den Alltag zu durchdringen unverzüglich entwertet und sanktioniert werden sollte.

Wenige Künstlerinnen haben sich diesen Sanktionen gestellt. Unter anderem die Österreicherin Valie Export ,1968 mit ihrer berühmten Performance Aktionshose:Genitalpanik (Erste Abbildung von oben) Die Finnin Mimosa Pale 2007 mit ihrem Mobile Female Monument (http://mimosapale.com/?s=gallery&dir=content/gallery/mobile_female_monument&img=4) (Zweite Abb. v.o) Ana Hoffners mit „Panik: pervertiert“.( Dritte Abb. v. o.) oder Christina Goestl mit ihrem Projekt „Viva la vulva“ 2008 (Vierte Abb. v. o.).

KONZEPT

Mit einer interaktive Installation am Werkzeug h möchte ich mit dem alten Mythos einer starken, aktiven und schamlosen Vulva spielen. Die Legenden und Geschichten um die sogenannte „Vagina dentata“ kommen besonders in Gesellschaften vor, dir erst kürzlich vom Matriarchat ins Patriarchat übergangen sind. Doch auch in unseren patriarchatsgeübten Breiten, gibt es immer wieder die Urban Legend der bezahnten Vagina, die lustvoll Kastratationen betreibt oder Samen lediglich als notwendiges Lebensmittel (nicht zum Lebensspenden) konsumiert.

Die Geschichten über die Vagina dentata hatten wohl in früheren Zeiten die Funktion, Promiskuität  zu verringern und männlichen Unsicherheiten Ausdruck zu verleihen. Heute ist sie ein Relikt einer selten gewordenen Sichtweise auf die weibliche Vulva, nämlich als unzähmbares und wehrhaftes Wesen.

TECHNISCHE UMSETZUNG

Das „Gähnen“ ist eine kurze Animation aus Acrylblättchen, auf denen mit Nagellack Vulvas gezeichnet wurden. Jedes Bild wird von einem kleinen DIY Projektor an die Wand projeziert, getriggert durch einen an- und ausgehenden Lichtsensor, der als Shutter dient. Durch das schnelle, hintereinander gereihte aufleuchten der Projektoren ergibt sich die Illusion einer Bewegung. Gedreht wird die Animation durch die Mechanik eines alten Rads.

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